{"id":356,"date":"2014-10-07T14:31:44","date_gmt":"2014-10-07T12:31:44","guid":{"rendered":"http:\/\/consultrix.de\/?p=356"},"modified":"2015-11-04T10:04:10","modified_gmt":"2015-11-04T09:04:10","slug":"wissens-erweiterung-30","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/consultrix.de\/?p=356","title":{"rendered":"Wissens-Erweiterung 30++"},"content":{"rendered":"<h2>Komplexit\u00e4t und Konzept neuer Theorie und Praxis der Erwachsenen-Qualifizierung (Andragogik)<\/h2>\n<h3><span style=\"color: #808080\">Eine neue Andragogik ist notwendig, weil&#8230;<\/span><\/h3>\n<p>&#8230;die technischen und technologischen Umw\u00e4lzungen im digitalen Zeitalter sich auf jeden Arbeitsplatz auswirken. Allein daf\u00fcr ist ein nie dagewesenes quantitatives und qualitatives Ausma\u00df an beruflicher Weiterbildung notwendig.<br \/>\n&#8230;der effektive Einsatz und die permanente Weiterentwicklung von spezifischem Know-how zum entscheidenden Wirtschaftsfaktor wird, was auch Fragen der Platzes, des Aufwandes und der Bezahlbarkeit von betrieblicher Bildung und Weiterbildung in den Fokus r\u00fcckt.<br \/>\n&#8230;sich mit den demographischen Ver\u00e4nderungen der Altersstruktur und der Lebensarbeitszeiten die Schwerpunkte des Lernens und der Innovation auf die mittleren, d.h. Erwachsenen-Lebensalter ausweiten.<br \/>\n&#8230;es inzwischen zwar punktuell umfangreiche Praxiserfahrungen, aber insgesamt keine verallgemeinerten und spezifischen theoretischen Grundlagen des Lernens und Lehrens Erwachsener (Andragogik-Wissenschaft) gibt, die sich unter anderem von einer kritiklosen Vermengung mit P\u00e4dagogik oder Gerontologie unterscheidet.<br \/>\n&#8230;individuelle Pers\u00f6nlichkeitsfaktoren, wie Potenziale und Kompetenzen, Verantwortlichkeit und Zielsetzungen, bei Erwachsenen mit anderer Gewichtung und wesentlich differenzierter gehandhabt werden sollten, um Wissensmanagement, Lernen oder Kreativit\u00e4t erfolgreich zu erm\u00f6glichen.<br \/>\n&#8230;ein Paradigmenwechsel und Wertewandel hin zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit des Lebenslangen Lernens und zur F\u00f6rderung von Innovation und Pioniertum nur mit einer zeitgem\u00e4\u00dfen Theorie und permanenten Praxis der Erwachsenenweiterbildung umzusetzen ist.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #808080\">Inhaltliche Thesen f\u00fcr die Erwachsenbildung im digitalen Zeitalter<\/span><\/h3>\n<p><!--more--><\/p>\n<ul>\n<li>Informationstechnologien (IT) haben als Hard- und Software Einzug gehalten in nahezu alle Bereiche des menschlichen Lebens. Umgang damit, Wechselwirkung, Ver\u00e4nderungen, Weiterentwicklung, Fortschritt &#8211; daf\u00fcr wird das Neu-, Um- und Weiterlernen f\u00fcr alle Berufe und Altersgruppen notwendiger denn je.<\/li>\n<li>Absehbare Zukunfts-Tendenzen lassen sich als &#8222;Automatisierung geistiger Prozesse&#8220; beschreiben. Damit werden etliche, auch bisher hochqualifizierte Berufsgruppen sich grundlegend wandeln. Erwachsenenbildung gewinnt quantitativ wie qualitativ einen v\u00f6llig neuen Stellenwert.<\/li>\n<li>In der gegenw\u00e4rtigen Wirtschaft sind in Bezug auf berufliche Weiterbildung am ehesten &#8222;kosmetische&#8220; oder Insell\u00f6sungen und reaktive &#8222;Ma\u00dfnahmen&#8220; anzutreffen. Notwendig w\u00e4ren Systematik und Permanenz.<\/li>\n<li>Gerade f\u00fcr kleinere Wirtschaftseinheiten klafft die Schere zwischen Bedarf, Angeboten, Aufwand und Nutzen der beruflichen Qualifizierung weit auseinander. Weiterbildung muss f\u00fcr alle beteiligten Seiten &#8211; Unternehmen, Mitarbeiter, Lehrende &#8211; wirtschaftlich sinnvoll, &#8222;bezahlbar&#8220; werden.<\/li>\n<li>Neben den technologischen wirken sich die demografischen Ver\u00e4nderungen beschleunigt auf Bildungs- und Weiterbildungsaspekte aus. Eine Schwerpunktverlagerung ist abzusehen: weg von der bisherigen Aus-Bildung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, hin zur Weiter-Bildung Erwachsener mittlerer und \u00e4lterer Lebensalter.<\/li>\n<li>Die Schwerpunktverlagerung hin zur Erwachsenen-Weiterbildung impliziert sowohl neue Wege, Medien und Methoden (Technik, Effizienz, Anerkennung) als auch Unterschiede f\u00fcr verschiedene Lebensalterstufen.<\/li>\n<li>Da berufliche Qualifizierung f\u00fcr das Industriezeitalter \u00fcberwiegend in j\u00fcngeren Lebensjahren stattfand und ausreichte, sind auch Lern-Prozesse und deren Gestaltung &#8211; bis hin zu den biologischen, psychologischen oder sozialen Grundlagen &#8211; bisher schwerpunktm\u00e4\u00dfig auf diese j\u00fcngeren Lebensalter untersucht und bezogen worden. Dass Erwachsene mit 40 oder 50 Jahren Anderes und anders lernen bzw. Gelerntes differenzierter hinterfragen, anwenden, verallgemeinern, als Kinder oder Jugendliche, setzt sich als fundierte Erkenntnis und ver\u00e4nderte Handlungsoption nur langsam durch.<\/li>\n<li>Eine eigenst\u00e4ndige, theoretisch begr\u00fcndete, kulturbezogene und handlungsorientierte Wissenschaft &#8222;Andragogik&#8220; existiert bisher kaum. Die vorherrschende kritiklose \u00dcbernahme von Erkenntnissen und Lehrs\u00e4tzen z.B. der kindlichen Psychologie, P\u00e4dagogik oder medizinisch initiierten Gerontologie behindert zudem eine systematische Analyse und Verallgemeinerung der punktuell vorhandenen reichen Praxiserfahrungen im Lernen und Lehren Erwachsener.<\/li>\n<li>Lernen ist letztendlich individuell. Die beeinflussenden Pers\u00f6nlichkeitsfaktoren auf Lernprozesse bzw. deren Ergebnisse stabilisieren sich oft erst im (jungen) Erwachsenenalter. Sie sollten in ihrer Reifestufe und in ihrer Differenziertheit ebenso in der Erwachsenenbildung widerspiegelt und effizient genutzt werden.<\/li>\n<li>Im Lebensalter von etwa 30 Jahren \u00fcbernehmen viele Menschen nicht nur Verantwortung f\u00fcr sich selbst, sondern auch dar\u00fcber hinaus f\u00fcr andere Menschen, Familie, Gesellschaft. Damit sind die \u00e4u\u00dfere wie innere Lernsituation ungleich der in ersten Lebensjahrzehnten. Erfahrung, Zeit und Motivation im Erwachsenenalter sollte sich deshalb ebenso in ver\u00e4nderter Didaktik und Methodik widerspiegeln.<\/li>\n<li>Das Arbeitsparadigma industrieller Gesellschaften wurde in den letzten Jahrzehnten systematisch zu einem alternativlosen Erwerbst\u00e4tigkeit-Gebot pervertiert, was in Deutschland z.B. Weiterbildungsma\u00dfnahmen als Sanktionierung gegen Erwerbslose einschlie\u00dft. Damit erscheinen politische Forderungen nach &#8222;Lebenslangem Lernen&#8220; o. \u00e4. v\u00f6llig sinnentleert. Es braucht auch hier einen Wandel: eine wesentlich h\u00f6here gesellschaftliche Akzeptanz und breite F\u00f6rderung von Lernen, Lehre, Kreativit\u00e4t und Pioniertum. Ohne wird die zuk\u00fcnftige &#8222;Wissensgesellschaft&#8220; ausgebremst.<\/li>\n<li>Der rasante Erfolg von IT-Firmen auf dem Weltmarkt zeigt noch eine andere Tendenz des Wertewandels auf: Zeiteffektivit\u00e4t und Geschwindigkeit, mit der (neues) Wissen angewandt und genutzt wird. Lernen, Kreativit\u00e4t, Pionierleistungen haben bei Erwachsenen mit h\u00f6herer beruflicher Expertise eine andere Basis, Abl\u00e4ufe und Ergebnisse &#8211; auch dies sollte sich in neuer Andragogik in Theorie und Praxis widerspiegeln.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><span style=\"color: #808080\">Forschungsfragen der Andragogik f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre<\/span><\/h3>\n<p>Wie wirken sich die Tendenzen der Digitalisierung und der Vernetzung zu Beginn eines neuen Zeitalters auf die Lern- und Lehrprozesse im Erwachsenenalter aus? Welche positiven bzw. negativen Folgen haben die allumfassenden Ver\u00e4nderungen und Beschleunigung aller Prozesse f\u00fcr den einzelnen Menschen im Arbeitsprozess bzw. f\u00fcr Wirtschaftssubjekte? Welche Weiterbildungsstrategie kann den menschlichen Fortschritt in \u00dcbergangsphasen aktiv bef\u00f6rdern?<\/p>\n<p>Was macht eine erfolgreiche betriebliche Weiterbildung im digitalen Zeitalter aus? Welche evtl. neuen Prinzipien, Methoden, Formen sind effektiv?<br \/>\nUnter welchen Bedingungen ist eine systematische betriebliche Weiterbildung f\u00fcr gro\u00dfe bzw. kleinere Wirtschaftssubjekte notwendig und m\u00f6glich? Welche Auswirkungen haben die ver\u00e4nderten Anforderungen der betrieblichen Erwachsenenbildung auf F\u00fchrung und Management von Unternehmen und Organisationen?<\/p>\n<p>Inwiefern sollten Aussagen \u00fcber das \u201eLernen\u201c revidiert bzw. f\u00fcr Erwachsene differenziert werden, wenn z.B. neben dem Neu-Lernen auch das Um- bzw. Ent-Lernen notwendig ist? Welche Unterschiede im Umgang mit Wissen, K\u00f6nnen und Erfahrung in verschiedenen Lebensaltersstufen sind signifikant f\u00fcr die berufliche Weiterbildung und deren Praxis? Sollte f\u00fcr \u00e4ltere Mitarbeiter in Unternehmen eher ein Weiterbildungs- oder ein Wissensmanagement im Vordergrund stehen?<\/p>\n<p>Was unterscheidet Lernen bzw. Lehren in verschiedenen Lebensaltersstufen bzw. Generationen? Ist f\u00fcr eine postulierte \u201eWissensgesellschaft&#8220; die strenge Trennung zwischen Lernen und Lehren noch angebracht und welche Auswirkungen (konzeptionell, technologisch, \u00f6konomisch, sozial) h\u00e4tte dies auf die Erwachsenenweiterbildung? Wie kann das spezifische Erfahrungs-Potenzial in der beruflichen Erwachsenenweiterbildung der letzten 20 Jahre in den Neuen Bundesl\u00e4ndern analysiert, verallgemeinert und theoretisch wie praktisch genutzt werden?<\/p>\n<p>Welche Auswirkungen haben Tendenzen einer neuen Andragogik im digitalen Zeitalter auf die Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung und die sozialen Rollen von Lernenden wie von Lehrenden? Inwieweit k\u00f6nnen und sollten individuelle Pers\u00f6nlichkeitsfaktoren von Erwachsenen die Weiterbildungsprozesse beeinflussen: welche, wann und wie? Kann eine individualisierte berufliche Erwachsenenbildung erfolgreicher sein mit dem Schwerpunkt \u201eSchl\u00fcsselqualifikationen\u201c oder eher mit der gezielten Fach-Expertisen-Entwicklung?<\/p>\n<p>Welche Erkenntnisse und Elemente einer neuen Andragogik k\u00f6nnen zu Paradigmenwechsel und Wertewandel in einer digitalen Wissensgesellschaft beitragen? Wie realisieren wir Andragogik auf allen Ebenen so, dass produktiv und schneller Wissen und K\u00f6nnen geschaffen, verbreitet und umgesetzt werden kann? Welche n\u00e4chsten Schritte dazu sind realistisch und gleichzeitig konsequent humanistisch und konstruktiv?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Komplexit\u00e4t und Konzept neuer Theorie und Praxis der Erwachsenen-Qualifizierung (Andragogik) Eine neue Andragogik ist notwendig, weil&#8230; &#8230;die technischen und technologischen Umw\u00e4lzungen im digitalen Zeitalter sich auf jeden Arbeitsplatz auswirken. 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